Planspiel zur Jugendpartizipation

Veröffentlicht am 25.07.2018

Der Stadtjugendring hat erstmals ein eigens entwickeltes Planspiel mit einer 7. Klasse zur Kommunalpolitik durchgeführt. Im Zentrum des Planspiels stand dabei der Auftrag ein konkretes Projekt auszuarbeiten, das für Kinder und Jugendliche der Stadt Bayreuth nützlich und sinnvoll ist.

An zwei Tagen haben sich die 25 Schüler mit ihren beiden Lehrern im Städtischen Jugendheim, dem Neuen Rathaus getroffen, gemeinsam die Kommunalpolitik genauer kennengelernt und sich Gedanken zu einem Projekt für Bayreuths Jugendliche gemacht. In einem ersten Teil wurde den Schülern vermittelt wie ist ein Rathaus aufgebaut, wer sind die Entscheider und wie läuft so ein Prozess ab, wenn es eine Idee gibt bis zur endgültigen Umsetzung. Dabei mussten auch die Namen und Parteien der Bayreuther Stadträte richtig zugeordnet und gegenseitig vorgestellt werden.

Nach diesem allgemeinen kommunalpolitischen Einblick ging es in die konkrete Ideenfindung. In zwei Kleingruppen haben die Jugendlichen Ideen erarbeitet, die wichtig für Bayreuther Jugendliche sein könnten und die im finanziell gesteckten Rahmen von 1000 Euro umsetzbar wären. Dabei wurde schnell klar, dass ein neues Fast-Food-Restaurant nicht die richtige Idee sei, sondern lieber etwas Praktisches und Hilfreiches her müsse. Auch kreativ oder künstlerisch könnte es sein. So wurde fleißig diskutiert und geplant bis am Ende des ersten Tages ein Projekt stand, das jede Kleingruppe als Ihren Vorschlag am nächsten Tag vorstellen wird.

Am Tag zwei kamen zwei Experten ins Rathaus. Der Stadtjugendring begrüßte Tim Pargent, selbst Stadtrat und Jugendlicher und Karl Schöne, Leiter des Jugendtreffs Schoko im Rathaus als Experten. Ihnen wurden vorab die Ideen vorgestellt und nochmals kritisch diskutiert und weiterentwickelt. Eine Rathausführung rundete den Besuch im Neuen Rathaus ab, bevor es dann wieder im Städtischen Jugendheim zu einer Präsentation der beiden Gruppenergebnisse kam.

Die Wünsche der Jugendlichen konnten nicht unterschiedlicher sein, wobei jedes Projekt sinnvoll und nachvollziehbar war. Das Projekt der ersten Gruppe war eine mobile Grafitywand. Es gibt in Bayreuth zwar legalisierte Stellen, auf denen Grafity gesprüht werden darf, jedoch sind diese reglementiert und sollen nicht so oft übersprüht werden. Gerade für junge kreative Jugendliche ist es aber wichtig eine Wand zum Üben zu haben, auf der sie legal ihr Können verfeinert können. Wenn diese Wand auch noch mobil und transportabel wäre, könnten diese an verschiedenen Stellen der Stadt oder auch in Schulen aufgebaut werden und mit Kursen und Workshops begleitet werden.

Die zweite Idee war eine Handyladestation im Kreuzsteinbad. Zwischenzeitlich gibt es mobiles Internet kostenlos im Kreuzsteinbad, aber viel zu oft ist der Akku der Smartphones leer. Hier wäre es in den Augen der Jugendlichen sehr praktisch wenn es eine Lademöglichkeit für Smartphones im Kreuzsteinbad geben würde. Aufgebaut wie ein Spind, mit abschließbaren Schließfächern, vielleicht sogar mit Solarenergie betrieben.

In einer demokratischen Wahl wurde nun abgestimmt und mit 34 zu 28 Stimmen hat sich die Handyladestation durchgesetzt.
Aufgabe des Stadtjugendrings ist es nun mit den Schülern die entscheidenden Akteure anzusprechen und zu versuchen, die Gewinneridee umzusetzen. Es bleibt spannend ob dies gelingen kann.

Auf jeden Fall steht schon jetzt fest, dass es ein gelungenes Planspiel war, das es hoffentlich auch im kommenden Jahr wieder geben wird. Interessierte Schulklassen können sich gerne direkt beim Stadtjugendring melden.